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Junge Klarna-Kunden feiern „horrende Schulden“

by best-of-finance

Bloomberg Frankfurt
– Wer auf der Videoplattform
Tiktok
nach „Klarna“ sucht, findet dort junge Leute, die zur Schau stellen, wie sie mit der beliebten App in die Miesen rutschen und sich nichts daraus machen. Einige zeigen sich beim Kauf von Kleidung mit
Klarna
und tanzen dann zu der Überschrift „Horrende Schulden“. So trägt etwa ein von Joella Louisa auf Tiktok gepostetes Video den Titel „Wenn du ein neues Outfit trägst und Klarna dich daran erinnert, es zu bezahlen.“ Darin wirkt die Influencerin elegant entsetzt darüber, dass die Realität sie auf so lästige Weise einholt. Das schreckt sie jedoch nicht: „Früher, als ich kein Geld hatte, konnte ich einfach nichts kaufen“, erzählt sie Bloomberg News. „Mit Klarna kann ich das jetzt.“

Die einfache Klarna-App basiert auf einer weichen Bonitätsprüfung mithilfe eines Algorithmus. Käufer können ihren Einkauf bis zu 30 Tage später bezahlen oder über einen längeren Zeitraum verteilt in drei oder vier Raten. Bei mehr als 98 % der Transaktionen auf der Plattform fallen nach Unternehmensangaben keine Zinsen an.

Doch die Sorge steigt, dass diese zunehmend allgegenwärtige Finanzierungsmöglichkeit zu einer hemmungslosen Kreditaufnahme führt. Eine Untersuchung der britischen Financial Conduct Authority ergab, dass sich der Markt im vergangenen Jahr mehr als verdreifacht hat und für Verbraucher potenziell gefährlich ist. Die BaFin beobachtet nach eigenen Angaben die Entwicklungen in diesem Marktsegment und will bei Bedarf auf der Basis ihres Mandats zum Verbraucherschutz aktiv werden.

Das durchschnittliche Alter der Klarna-Kunden liegt bei 33 Jahren, die App gilt als attraktiv für die sogenannten Millenials und die Angehörigen der darauffolgenden „Generation Z“. „Das Kreditkartenmodell ist für die Verbraucher einfach nicht mehr tragbar“, sagte Klarna-Mitgründer Sebastian Siemiatkowski kürzlich vor Investoren. Das Fintech verdient das meiste Geld mit den Einzelhändlern, die bis zu 3,4

% je Transaktion bezahlen.

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