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MEINUNGDividendenstrategie So landet immer wieder frisches Geld auf Ihrem Konto

by best-of-finance

Die Dax-Konzerne werden wohl so viel Dividende auszahlen wie nie. Diese Gewinnausschüttungen sind ein wichtiger Erfolgsfaktor an der Börse. Davon können auch Sie profitieren. 

Krise, welche Krise? Die mittlerweile 40 Dax-Konzerne haben auch in der Corona-Pandemie prächtig verdient. Und davon profitieren ihre Aktionäre: Rund 46 Milliarden landen voraussichtlich auf ihren Konten.

Und auch in der zweiten und dritten Reihe läuft es blendend. Die aktuelle Dividendensaison ist rekordverdächtig. Ihren Höhepunkt hat sie zwar erst im April und Mai, aber so langsam geht es los. Die Anteilseigner von Thyssen haben sich schon am Freitag getroffen, kommende Woche folgt unter anderem Siemens, dann sind die Infineon-Aktionäre an der Reihe. Die Dividende gibt es in der Regel am Tag nach der Hauptversammlung.

In den vergangenen Jahren, in der Nullzinsphase, wurden Dividenden oft als „der neue Zins“ bezeichnet. Aber das stimmt so nicht. Aktien sind keine Anleihen. Anleihen haben einen festen Zinskupon, Dividenden können wachsen, aber auch schrumpfen. Auch schwanken Aktienkurse stärker als Anleihekurse. Aber: Dividenden sind ein wirklich wichtiger Faktor für den Anlageerfolg an der Börse.

Rendite-Booster für den Dax

Schauen wir auf den Dax . Zugegeben nicht mein Lieblingsindex – zu wenig Titel, kaum Technologie, viel zu industrielastig. Aber er ist eben auch ein Sonderling unter den Indizes und deshalb können wir an ihm herrlich ablesen, wie wichtig Dividenden sind.

  • Aktueller Kurs: Wo steht der Dax gerade?

Der Dax ist ein Performance-Index. Die jährlichen Dividenden werden rechnerisch reinvestiert. Die meisten anderen bekannten Indizes sind Kursindizes. Die Dividenden spielen bei ihrer Berechnung keine Rolle. Nicht so beim Dax: Der Blick auf den Index zeigt, dass die Dividende ein echter Rendite-Booster ist. Denn seit dem Start des Dax im Jahr 1988 summiert sich dieses zusätzliche Plus an Dividenden gegenüber dem Dax-Kursindex, in den die Dividenden nicht einberechnet werden, inzwischen auf fast 140 Prozent. Mehr als die Hälfte der Punktegewinne geht also auf die Gewinnausschüttungen zurück.

Studien zeigen immer wieder, wie wichtig die Dividende für unseren langfristigen Anlageerfolg ist. Kein Wunder, dass die Dividendenstrategie unter Anlegern sehr beliebt ist. Sie setzen auf die Aktien von Unternehmen mit hohen Ausschüttungsquoten.

Setzen Sie am besten auf Hunderte Dividenden-Titel

Die Dividendenrendite darf dabei aber nicht das einzige Kriterium für ein Investment sein, aber es ist ein wichtiges. Auch wenn Sie auf dividendenstarke Aktien setzen, sollte die Risikostreuung hoch sein. Einzelaktien sind riskant, Unternehmen können in Krisen geraten und Ihnen hohe Verluste bescheren, dann wird früher oder später auch die Dividende gestrichen.

Deshalb sollten Sie auf Dutzende oder bessere Hunderte Titel setzen – am einfachsten und kostengünstigsten geht das mit aktiv gemanagten Aktienfonds oder mit börsengehandelten Indexfonds (ETFs).

Es gibt unzählige Indizes und die entsprechenden ETFs. Sie können Schwerpunkte auf einzelne Länder oder Regionen setzen. Allerdings gibt es immer wieder Kritik, dass Indizes zu „träge“ sind und die Indexanbieter nicht sofort auf Dividendenkürzungen oder Streichungen reagieren. Während ein Fondsmanager solche Aktien schnell aus dem Portfolio schmeißt, passt der Indexanbieter das Portfolio in der Regel zweimal im Jahr an. So lange bleibt der Rohrkrepierer im Index. Und sinkende Dividenden kommen an der Börse nie gut an.

Sehr verlässliche Dividenden-Aristokraten

Dieses Problem können Sie aber ein Stück weit lösen, indem Sie auf die sogenannten Dividenden-Aristokraten setzen. Das sind Aktien von Unternehmen, die ihre Ausschüttungen seit Jahren oder besser Jahrzehnten stabil gehalten oder immer wieder erhöht haben. Das Gute: Auch diese Aktien gibt es zusammengefasst in eigenen Indizes, die ein entsprechender ETF abbilden kann. (Mehr dazu lesen Sie hier.)

Die Börsenexpertin
Jessica Schwarzer ist Finanzjournalistin, Bestsellerautorin und langjährige Beobachterin des weltweiten Börsengeschehens. Die deutsche Aktienkultur ist ihr eine Herzensangelegenheit. Zuletzt ist ihr jüngstes Buch „Warum wirklich jeder entspannt reich werden kann“ erschienen. Bei t-online schreibt sie alle zwei Wochen über Investments und Finanztrends, die eine breit gestreute Basis-Geldanlage ergänzen. Sie erreichen sie auf LinkedIn, Twitter, Facebook und Instagram.

Von S&P etwa gibt es eine ganze Indexfamilie, die S&P Dividend Aristocrats. In den globalen Index, dem S&P Global Dividend Aristocrats, werden beispielsweise lediglich Unternehmen aufgenommen, die über zehn Jahre ununterbrochen mindestens eine konstante Dividende gezahlt haben. Dabei müssen die Dividenden aus dem Gewinn gezahlt werden und nicht aus der Substanz des Unternehmens.

Noch bietet nur SPDR ETFs auf die Index-Familie an, allen voran auf die weltweite Variante, den S&P Global Dividend Aristocrats . Sie können aber auch auf Dividenden-Aristokraten aus den aufsteigenden Schwellenländern setzen, der passende Index ist der S&P Emerging Markets Dividend Aristocrats . Oder Sie investieren in amerikanische , europäische und asiatische Unternehmen mit hoher Ausschüttungsquote.

Wie immer gilt: Nicht gierig werden

Insgesamt sind an der Börse Frankfurt 66 ETFs gelistet, die die Dividendenstrategie abbilden. Ob iShares, Fidelity, Deka oder iTrackers, jeder ETF-Anbieter hat die beliebte Strategie im Angebot. Die meisten schütten die Erträge regelmäßig an die Anleger aus, nur einige wenige reinvestieren sie.

Dividenden sind ein regelmäßiges Zusatzeinkommen. Viele träumen davon, von ihrem passiven Einkommen leben zu können. Doch um das zu schaffen, müssten Sie extrem hohe Summen investieren. Der Dax beispielsweise hat historisch eine durchschnittliche Dividendenrendite von gut drei Prozent, natürlich zahlen einige Unternehmen auch üppiger.

Werden Sie aber bitte nicht zu gierig, wenn Sie extrem hohe Dividendenrenditen sehen. Gerät ein Unternehmen in die Krise, schmiert der Aktienkurs ab, dann erhöht sich rein rechnerisch die Ausschüttungsquote. Die Dividendenkürzung lässt dann aber in der Regel nicht lange auf sich warten. Schauen Sie genau hin.

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Oder setzen Sie lieber gleich auf ETFs oder auch Investmentfonds. Ich persönlich habe mich für zwei ETFs entschieden. Dividendenaktien haben einen Anteil von 20 Prozent in meinem Depot. Insgesamt eine spannende Strategie, die auch als Beimischung in einem breit gestreuten Aktiendepot taugt.

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