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US-Jobmarkt mit überraschend gutem Jahresstart

by best-of-finance

Der Omikron-Welle in den USA zum Trotz hat die US-Wirtschaft deutlich mehr Stellen geschaffen als Analysten erwartet hatten. Im Januar entstanden 467.000 neue Jobs außerhalb der Landwirtschaft, wie die Regierung am Freitag in Washington mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten lediglich mit einem Jobaufbau von 150.000 gerechnet nach revidiert 510.000 im Dezember. In einer ersten Schätzung war nur ein Wert von 199.000 für Dezember genannt worden.

Die getrennt ermittelte Arbeitslosenquote stieg dennoch im Januar von zuvor 3,9% auf 4,0%. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der US-Arbeitsmarkt 2021 aber deutlich entspannt. Im Jahresverlauf ist die Arbeitslosenquote um 2,4 Prozentpunkte gesunken und die Zahl der Arbeitslosen nahm um 3,7 Millionen ab. Im Februar 2020, vor der Coronavirus-Pandemie (COVID-19), betrug die Arbeitslosenquote 3,5% und die Zahl der Arbeitslosen 5,7 Millionen.

Angesichts des wieder rund laufenden Jobmarkts und der hohen Inflation hat US-Notenbankchef Jerome Powell eine Zinswende für März angedeutet und die Finanzmärkte auf weitere Schritte nach oben vorbereitet. „Mit einen Beschäftigungsaufbau in dieser Größenordnung hat niemand gerechnet. Nach der Vorlage des ADP-Berichtes gingen die 'Flüsterschätzungen' eher in Richtung Beschäftigungsabbau“, sagt Dirk Chlech von der Landesbank Baden-Württemberg.

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Die Lohnentwicklung hat sich zu Jahresbeginn weiter beschleunigt. Die durchschnittlichen Stundenlöhne in den USA sind im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,7% gestiegen. Das ist der stärkste Zuwachs seit Mitte 2020. Im Dezember hatte der Zuwachs 5,0% betragen. Im Monatsvergleich stiegen die Stundenlöhne um 0,7%. Beide Entwicklungen lagen über den Erwartungen von Analysten. Sie hatten im Jahresvergleich im Schnitt 5,2% und im Monatsvergleich 0,5% erwartet.

Der gute Arbeitsmarktbericht dürfte eine zusätzliche Legitimation für die US-Notenbank Fed sein, die Zinsen im März zu erhöhen. „Es wird immer wahrscheinlicher, dass die Federal Reserve im März ihre Leitzinswende mit einer Erhöhung um 50 BP einläuten wird“, sagt Clech. Unter dieser Perspektive leiden die Börsen seit Wochen, denn mit höheren Zinsen verliert die Aktienanlage an Attraktivität. So reagierte auch der Dax auf die Zahlen und weitete am Nachmittag die Verluste noch aus.

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